Im Rahmen der Kampagne „Food For Life“ von Greenpeace Schweiz haben Freiwillige entschieden, ihre Gemeinden bezüglich der Verwendung von Glyphosat und anderen chemischen Pestiziden zu befragen. Sie haben diese per E-Mail kontaktiert und ihnen drei Fragen gestellt: Verwenden Sie Glyphosat? Wenn ja, haben Sie die Absicht, dieses Pestizid in Zukunft nicht mehr anzuwenden? Verwenden Sie andere Pestizide und haben Sie vor, deren Einsatz zu stoppen? Dem Fragebogen lagen Informationen über die Gefahren, die mit der Verwendung von Pestiziden verbunden sind, und über bereits existierende Alternativen bei.
Bei der Auswertung der Antworten hat sich gezeigt, dass 20 von 45 kontaktierten Genfer Gemeinden den Fragebogen beantwortet haben. Im Kanton Vaud wurden 318 Gemeinden kontaktiert und insgesamt 67 Antworten erhalten. Die ausgewerteten Ergebnisse wurden im nächsten Schritt in eine interaktive Karte eingebettet und sind nun auf einer eigens eingerichteten Internetseite: https://meine-pestizidfreie-gemeinde.ch/ ersichtlich.
Auf dieser Seite können Nutzerinnen und Nutzer die Antworten einsehen, wobei sich die einzelnen Gemeinden durch einen Farbcode unterscheiden.
Es ist auch möglich, seinem eigenen Dorf zu schreiben, falls dieses nicht geantwortet hat. Ein Beispiel eines Textes hierfür ist auf der Seite verfügbar, sowie ein Formular zum Einfügen von neuen Antworten durch Privatpersonen oder direkt durch die Gemeinden.

Dieses Vorgehen – das gleichermassen von anderen Greenpeace Regionalgruppen übernommen wurde – hat zum Ziel, das Verantwortungsbewusstsein der Gemeinden in Umweltfragen durch die Veröffentlichung ihres Pestizideinsatzes zu fördern. Daneben hoffen die Freiwilligen auch vor allem darauf, ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu zeigen, dass dieser Schritt einfach ist und dass jede und jeder in der Lage ist, die Verantwortlichen ihres/seines Dorfes oder ihrer/seiner Stadt über deren Umgang mit der Umwelt zu befragen.

Über Glyphosat

« Möglicherweise karzinogen»: so hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor kurzem das Herbizid Glyphosat eingestuft. Das Pestizid und seine Derivate finden sich in der Luft, im Regen und sogar im menschlichen Körper. Es ist Zeit zu handeln. Die Zulassung von Glyphosat muss widerrufen werden. Deshalb haben Greenpeace, die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) und der Westschweizer Konsumentenschutz (FRC) die Petition « Glyphosat verbieten – jetzt! » gestartet.

Glyphosat ist das meistverkaufte Pestizid der Schweiz. Es ist der Hauptbestandteil von Produkten mit verheissungsvollen Namen wie Roundup, Resolva oder Capito. Es wird auf Feldern und Grünflächen, in Obstplantagen, auf Zuggleisen und in Privatgärten verwendet. Der wiederholte Einsatz von Glyphosat ist nicht nur gefährlich für Landwirte, Konsumenten, sowie Gärtner, sondern schadet auch Organismen im Wasser und in der Erde und führt zu einem Rückgang der Biodiversität.